Das Evaluationsinstrument ist als Fragebogen für unterschiedliche Befragungsgruppen konzipiert: alle an Schule beteiligten Gruppen werden um ihre Einschätzung gebeten. Damit basiert das Instrument selbstverständlich auf persönlichen Wahrnehmungen, sprich auf weichen Daten, die nicht zu weiteren Rankings o.ä. genutzt werden können und sollen. Mögliche differierende Wahrnehmungen können anschließend Stärken und Verbesserungsbedarfe einer Schule signalisieren. Bei der folgenden Analyse der Daten müssen dementsprechend die Begleitumstände jeder Schule mit einbezogen werden.
Wie kommt das Länderkonsortium SEIS Deutschland zu dem Instrument? Und Ist es denn überhaupt erprobt?
Das Instrument ist im Internationalen Netzwerk Innovativer Schulsysteme (INIS) von 40 Schulen in 7 Staaten und 5 Bundesländern mit der Unterstützung von Experten aus Wissenschaft und Praxis und mit Hilfe einer Unternehmensberatung entwickelt worden. Im Internationalen Netzwerk konnten zentrale Qualitätsbereiche herausgearbeitet werden, die die wichtigsten Ausschnitte von Schule in ihrer Vielfalt und Komplexität abbilden und gleichzeitig einen Vergleich mit anderen Schulen lohnenswert machen. Schulqualität umfasst dabei sowohl die Ergebnisse schulischer Arbeit als auch die Prozesse, die zu diesen Ergebnissen führen. Dieses internationale Verständnis von guter Schule war auch die Grundlage für das SEIS-Instrument, das in den Jahren 2004 bis 2007 von fast 3000 Schulen in Deutschland genutzt wurde. Die hohe Akzeptanz hat die Bertelsmann Stiftung in 2007 dazu bewogen, das Instrument gemeinsam mit Vertretern aus neun Bundesländern und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen weiterzuentwickeln und stärker an die Bedürfnisse der Schulen sowie an die Qualitätstableaus der kooperierenden Bundesländer anzupassen. Das Institut für Schulsport und Schulentwicklung der Deutschen Sporthochschule Köln hat die wissenschaftliche Begleitung zur Weiterentwicklung von SEIS übernommen. Der Abschlussbericht dokumentiert, dass SEIS valide und reliabel ist und dass das zugrunde liegende Qualitätsverständnis von den Schulen getragen wird: 93% der Befragten Schulvertreter geben an, dass das Qualitätsverständnis von SEIS einem allgemeinen Verständnis von guter Schule entspricht. Insgesamt bestätigen 85% in sehr hohem Maße, SEIS erlaube einen ganzheitlichen Blick auf das System der Einzelschule.
Die Nutzungsgebühr für die Software beträgt für Schulen aus den Konsortialländern und der ZfA 100 Euro. Für alle anderen Schulen beträgt die Schutzgebühr 480 Euro. Zu den Konsortialländern gehören Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt. Weitere Kosten können entstehen, wenn Sie beispielsweise bestimmte Befragungsgruppen lieber mit Papier- als mit Online-Fragebögen befragen möchten oder wenn Sie eine individuelle Kommentierung durch einen externen Kommentarschreiber anfordern. Aktuelle Preisangaben finden Sie im Internet unter www.seis-deutschland.de/seis-instrument/zugang/.
Die Umfrage ist aus technischen Gründen auf 2 Klassenstufen begrenzt.
Innerhalb dieser Umfrage werden dann alle Lehrer der Schule, alle Schüler der ausgewählten 2 Klassenstufen, die Eltern der befragten Schüler, ggf. nichtpädagogische Mitarbeiter oder in den Berufsbildenden Schulen statt der Eltern ggf. die Ausbilder (Betriebe) befragt.
Aus Datenschutzgründen muss jede einzelne Befragungsgruppe (z.B. Mitarbeiter) aus mindestens 5 Personen bestehen.
Die Daten sind Eigentum der Schule, sie werden lediglich auf einem Server gesichert um für Vorjahresvergleiche und für die Bildung von Referenzdaten genutzt zu werden. Hier sind keine Rückschlüsse auf einzelne Schulen möglich.
Es gibt zum Selbstevaluationsinstrument das Handbuch "Bessere Qualität in allen Schulen". Dieser Praxisleitfaden ist im Jahr 2008 in der 3., vollständig überarbeiteten Auflage im Verlag der Bertelsmann Stiftung erschienen. Sie können es direkt über die Homepage www.bertelsmann-stiftung.de bestellen.