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Entstehung
17. Mai 2012
 

Der Weg zum Qualitätsverständnis

Im Internationalen Netzwerk Innovativer Schulsysteme (INIS) konnten zentrale Qualitätsbereiche herausgearbeitet werden, die die wichtigsten Ausschnitte von Schule in ihrer Vielfalt und Komplexität abbilden und gleichzeitig einen Vergleich mit anderen Schulen lohnenswert machen. Schulqualität umfasst dabei sowohl die Ergebnisse schulischer Arbeit als auch die Prozesse, die zu diesen Ergebnissen führen. Dieses internationale Verständnis von guter Schule war auch die Grundlage für das SEIS-Instrument, das in den Jahren 2004 bis 2007 von fast 3000 Schulen in Deutschland genutzt wurde.

Die hohe Akzeptanz hat die Bertelsmann Stiftung in 2007 dazu bewogen, das Instrument gemeinsam mit Vertretern aus neun Bundesländern und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen weiterzuentwickeln und stärker an die Bedürfnisse der Schulen sowie an die Qualitätstableaus der kooperierenden Bundesländer anzupassen. Der erste Schritt dieses Konsensprozesses bestand darin, Schulqualität analog zu den Orientierungs- bzw. Qualitätsrahmen der Länder in mehrere Qualitätsbereiche zu differenzieren. Um zu einem übersichtlichen und praktikablen Modell zu kommen, erfolgte eine Konzentration auf sechs zentrale Bereiche schulischer Arbeit:

  • Ergebnisse
  • Lernen und Lehren
  • Schulkultur
  • Führung und Schulmanagement
  • Professionalität der Lehrkräfte
  • Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung.

Das Institut für Schulsport und Schulentwicklung der Deutschen Sporthochschule Köln hat die wissenschaftliche Begleitung zur Weiterentwicklung von SEIS übernommen. Der Abschlussbericht dokumentiert, dass SEIS valide und reliabel ist und dass das zugrunde liegende Qualitätsverständnis von den Schulen getragen wird: 93% der Befragten Schulvertreter geben an, dass das Qualitätsverständnis von SEIS einem allgemeinen Verständnis von guter Schule entspricht. Insgesamt bestätigen 85% in sehr hohem Maße, SEIS erlaube einen ganzheitlichen Blick auf das System der Einzelschule.
Letztendlich muss jede Schule für sich klären, ob dieses Qualitätsverständnis mit den eigenen Ideen zur Schulentwicklung und den Vorgaben auf Länderebene vereinbar ist. Erleichtert wird diese Entscheidung durch die Erweiterbarkeit von SEIS: Der spezifische schulische Kontext oder das individuelle Schulprofil können berücksichtigt werden, indem Zusatzfragen definiert werden. Eine Einzelschule kann bis zu zehn Fragen, eine Schulgruppe bis zu 40 Zusatzfragen ergänzen.