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Entwicklungsphasen
17. Mai 2012
 

Planungsschritte: Vom Wissen zum Handeln

Daten, Informationen und selbst das Wissen um die Stärken und Verbesserungsbedarfe einer Schule – sie allein bewirken noch nichts. Aus Wissen muss Handeln werden. Aber wie sieht eine erfolgreiche Maßnahmenplanung aus? Auf der Basis einer präzisen Dateninterpretation werden von den schulischen Akteuren Schulentwicklungsschwerpunkte herausgefiltert und gemeinsam die nächsten Schritte verabredet. Eine Steuergruppe (oder ein entsprechendes Gremium an der Schule) definiert gemeinsam mit den Beteiligten gemeinsame Aufgaben und entwickelt realistische Handlungsoptionen. Die Schulleitung unterstützt dies mit flankierenden Maßnahmen, um die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Dabei sollte Schulentwicklung mit SEIS stets als partizipativer Prozess verstanden werden: die grobe Linie der Entwicklung sollte unter möglichst breiter Beteiligung der Schulgemeinde festgelegt werden, während die Präzisierung in konkrete und verbindliche Vorschläge in Arbeitsgruppen erfolgen kann.

SEIS macht keine Vorgaben, wie die gewonnenen Ergebnisse der Datenerhebung für die weitere Entwicklung der Schulen zu nutzen sind: Welche Maßnahmen die Schule ergreift, wie und in welchem Zeitraum diese umgesetzt werden, liegt allein in ihrer Verantwortung. Stattdessen gibt es eine Reihe von Vorschlägen (z. B. im Internet oder im Praxisleitfaden) für konkrete Arbeitsformen und -techniken, wie z. B. die Einrichtung einer Steuergruppe oder die Methode der Kräftefeldanalyse. Überdies werden Erfolgsfaktoren beschrieben, die eine gute Schulentwicklungsplanung begünstigen, ergänzt durch Hinweise, wie diese Faktoren positiv beeinflusst werden können.

Im Idealfall kann eine Schule auch auf landesspezifische bzw. regionale Unterstützungsangebote (Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen) zurückgreifen. In einigen Ländern werden Schulen zudem von Schulentwicklungsberatern unterstützt.

Darüber hinaus zielt SEIS auf eine Netzwerkbildung. Über die SEIS-Software erhalten Schulen Zugang zu einer Schuldatenbank mit SEIS-Schulen aus allen Bundesländern, so dass sie sich – wenn gewünscht – mit gleich gesinnten Schulen austauschen können. Zudem werden von einigen Bundesländern und Regionen, die SEIS nutzen, regelmäßig ‚Praxisforen’ ausgerichtet. Dabei handelt es sich um ein- oder zweitägige Veranstaltungen, zu denen Schulen eines Bundeslandes, einer Region oder einer Schulgruppe zusammenkommen, um gemeinsam an relevanten Fragestellungen zu arbeiten und sich in einen Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe zu begeben.

Schließlich können Schulen mit Hilfe der "Toolbox Bildung" (http://www.toolbox-bildung.de) auf die Erfahrungen und Materialien aus der Schulentwicklungspraxis innovativer Schulen zurückgreifen. Die Toolbox beinhaltet erprobte Schulentwicklungsbausteine („Tools“) zu den Qualitätsbereichen von SEIS. Interessierte Schulen bekommen Anregungen für die eigene Schulentwicklung, können Schritt für Schritt verfolgen, wie Ziele formuliert werden, Strategien geplant und umgesetzt werden.


Der Weg von Daten zu Taten lässt sich grob in vier Schritte unterteilen:

1. Daten präzise analysieren …
Sie überprüfen, ob bekannte Stärken und Schwächen Ihrer Schule von den Daten bestätigt werden. Wenn es unterschiedliche Sichtweisen gibt, oder Überraschungen, dann sind Sie es, die am ehesten die Gründe dafür finden können. Eine präzise Datenanalyse erfolgt vor dem Hintergrund des Schulprofils und vorheriger Prioritäten. Wesentlich ist dabei eine systemische Sicht: Die Herausforderung besteht darin, Zusammenhänge zu finden, nach Wechselbeziehungen zwischen Faktoren zu suchen.

2. Realistische Aufgabenstellungen und Handlungsoptionen formulieren …
Konzentration auf wenige, wichtige Entwicklungsbereiche ist gefragt. Für jeden dieser Entwicklungsbereiche werden dann kurz-, mittel- und langfristige Ziele formuliert. Herausforderungen und Hindernisse werden in die Planung integriert. Eine klare Verteilung von Rollen, Verantwortlichkeiten und Ressourcen macht Planung verbindlich und kontinuierlich. Klare Zeit- und Ressourcenpläne verhindern, dass Sie sich überfordern.

3. Alle einbinden …
Auf das Gemeinsame kommt es an! Ist es auch zunächst die Schulleitung, die besonders in der Pflicht steht, sind es anfänglich nur Teile des Kollegiums, die eine Planungsgruppe bilden: Wenn alle informiert, gefragt und eingebunden sind, zieht Schulentwicklung Kreise, wachsen „Lernkultur“ und Risikobereitschaft. Für das nötige Know-how sorgt ein Fortbildungsplan, der mit dem Maßnahmenplan abgestimmt ist.

4. Effekte überprüfen …
Woran wollen wir uns messen? Das zentrale Erfolgskriterium für jede Maßnahme ist, dass sie sich spürbar positiv auf den Schulalltag auswirkt. Wenn Sie dann die Effekte Ihrer Maßnahmen überprüfen, beginnt der Entwicklungszyklus von neuem: Haben wir unsere Ziele erreicht? Wenn ja, vergessen Sie nicht, sich zu feiern!