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Datenerhebung
17. Mai 2012
 

Im ersten Schritt der Selbstevaluation mit SEIS ging es um ein gemeinsames Verständnis von „guter Schule“. Im nächsten Schritt geht es nun darum, dieses Qualitätsverständnis als Folie über die eigene Schule zu legen und sich zu fragen: „Wie gut ist meine Schule?“ Die Befragungsinstrumente von SEIS helfen dabei, diese Frage zu beantworten. Die durch sie ermittelten Daten liefern relevante Informationen für den Schulentwicklungsprozess.

Mit SEIS befragt werden alle Gruppen, die am Schulleben beteiligt sind: Schülerschaft, Lehrkräfte, Schulleitung, nicht-pädagogische Mitarbeiter, Eltern, sowie Ausbilder. Die Fragebögen sind so aufgebaut, dass jedes der 29 von SEIS definierten Qualitätskriterien (z. B. ‚Lern- und Methodenkompetenz‘) in fünf bis zehn Items umgesetzt wird, die je nach Befragungsgruppe unterschiedlich ausgestaltet sind (z. B. an die Lehrenden gerichtet: „In meinem Unterricht haben meine Schülerinnen und Schüler gelernt, als Teil eines Teams oder in kleinen Gruppen zu lernen.“). Durch die Fragebögen wird derselbe Ausschnitt schulischer Qualität über entsprechende Fragepunkte mehrperspektivisch, d. h. jeweils aus der Sicht jeder dieser Befragtengruppen beantwortet. Die unterschiedlichen Gruppen antworten auf gleiche oder sehr ähnliche Fragen. Gemeinsam werfen sie so einen ganzheitlichen Blick auf die Schule.  

Damit alle Beteiligten ihrer Meinung über die Schule Ausdruck verleihen können, wurden die Fragebögen (u. a. für Eltern mit Migrationshintergrund) in die gängigsten Fremdsprachen übersetzt. Derzeit stehen folgende Sprachen zur Verfügung: Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Türkisch, Russisch, Bosnisch, Arabisch (Übersetzungshilfe) und Neu-Griechisch.

Wenn sich eine Schule bzw. eine Schulgruppe entschlossen hat, mit den SEIS-Fragebögen zu arbeiten, muss sie sich zunächst anmelden bzw. registrieren. Um die datengestützte Schulentwicklung mit SEIS möglichst praxistauglich und somit für die Schulen anwenderfreundlich zu gestalten, hat die Bertelsmann Stiftung eine spezielle internetbasierte Software entwickelt. Diese führt die Schulen unkompliziert durch das System, damit die Prozessschritte von SEIS, z. B. der Anmeldevorgang sowie das Vorbereiten einer Umfrage oder das spätere Herunterladen der Ergebnisse, möglichst einfach bewältigt werden können.

Die Software ist gegen eine Teilnahmegebühr über das Internetportal www.seis-deutschland.de zugänglich. Sie bietet generell zwei Wege der Datenerhebung: Zum einen kann mit Papierfragebögen erhoben werden, die von einem externen Datendienstleister gedruckt und bereitgestellt werden. Nach dem Ausfüllen werden die Fragebögen abgeholt und die Daten vollautomatisch in die Software eingelesen. Zum anderen können Schulen bzw. einzelne Befragungsgruppen einer Schule per Computer und Internet an der Befragung teilnehmen: Bei bestehender Internetverbindung werden die Fragebögen direkt online am Computer ausgefüllt und die Erhebungsdaten an die SEIS-Software übermittelt, ohne dass hierfür Mehrkosten entstehen.

Wenn alle Fragebögen ausgefüllt und die Daten übertragen worden sind, erstellt die Software einen Schulbericht – den SEIS-Bericht – für jede Schule. Die Daten müssen also nicht mühselig von Hand ausgezählt bzw. aggregiert werden, sondern werden vollautomatisch ausgewertet.

Neben den Fragebögen ermittelt ein zusätzliches Befragungsinstrument tiefer gehende (Kontext-) Informationen über die Schule: Es handelt sich um einen offenen Fragebogen für die Schulleitung – das so genannte Schulleitungsformular (SLEF). Die Auswertung dieses Formulars, das sich als Ergänzung zu den quantitativen Daten versteht, wird von der Schule selbst vorgenommen.

Fragebögen

Wie sieht der Fragebogen aus? Wer wird gefragt? Was wird gefragt? Wie viele Fragen gibt es? Welche Antwortmöglichkeiten sind vorgegeben? Gibt es ergänzende Formulare? Hier lesen Sie, wie die Erhebungsinstrumente aufgebaut sind

Das Schulleitungsformular (SLEF)

Das Schulleitungsformular (SLEF) erfasst tiefer gehende Informationen über die Schule. Hierbei geht es um qualitative Daten. In diesem Formular werden, i. d. R. von der Schulleitung, Informationen zum Kontext der Schule abgefragt und es wird nach Zusammenhängen gefragt. Die Antworten werden »offen« formuliert. Das SLEF ergänzt auf diese Weise die Fragebogenerhebung. Die Daten aus beiden Verfahren bilden die Grundlage für den Schulbericht. Hier erfahren Sie mehr über das SLEF