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Regionenprojekt
17. Mai 2012
 

Die Grundidee

Das Land Baden-Württemberg und zwei Regionen machen sich gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung auf den Weg, mit vielen weiteren „lokalen“ Akteuren eine Regionale Bildungslandschaft zu gestalten.

Ziel dieses Projektes ist es, für alle Kinder und Jugendliche optimale Lern- und Lebenschancen in ihrer Region zu schaffen und so in der Region einen Beitrag zu mehr Lebensqualität und zur Standortsicherung zu leisten. Dies erfordert von allen Beteiligten ein neues Denken dahingehend, dass bereits bestehende Kooperationen für alle Mitspielerinnen und Mitspieler in der Bildungsregion transparent und gegebenenfalls systematisch weiterentwickelt und intensiviert werden. Darüber hinaus sollen auch neue Zusammenarbeiten wachsen, die heute vielleicht noch fremd erscheinen, jedoch im Hinblick auf  das Wohl der Kinder und Jugendlichen  die Synergieeffekte gerade auch außerhalb der eigenen Institution steigern. Das Motto für die erfolgreiche Kooperation ist „weg von Zuständigkeiten hin zu Verantwortlichkeiten“.

Konkret verlangt  dies von allen  Akteuren eine gemeinsame Zielvorstellung und die Bereitschaft zu einer offenen, wertschätzenden  und unbürokratischen Zusammenarbeit, damit  eine gut funktionierende und zukunftsfähige Regionale Bildungslandschaft entstehen kann, in der zum Beispiel

  • gemeinsam die Verantwortung für die individuelle Lernentwicklung und die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler wahrgenommen wird
  • gemeinsam das selbstständige Lernen und eigenverantwortliche Handeln der Schülerinnen und Schüler gefördert wird
  • die Qualität und die Quote der Abschlüsse steigen
  • die Wiederholer- und Abbrecherquoten sinken
  • sich die Qualität der Arbeit von Schule verbessert
  • und sich damit die Zufriedenheit aller Beteiligten erhöht.

Angestrebte Verbesserungen

Durch die systematische und strukturierte Verzahnung der Partner entsteht eine staatlich-kommunale Verantwortungsgemeinschaft, in der sich die verschiedenen Akteure gegenseitig unterstützen und gemeinsam die für die Region zukunftsweisenden Akzente setzen. Die Verzahnung soll zwischen den verschiedenen Schularten wie auch über diese hinaus zu anderen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen stattfinden und zwischen den verschiedenen Akteuren hohe Transparenz und Verlässlichkeit herstellen. Ebenso wird ein gemeinsames Bild von Qualität in der Erziehungs- Bildungs- und Ausbildungsarbeit entstehen und die ständige Weiterentwicklung der erreichten Qualität gehört zum Alltag.

Angestrebte Verbesserungen zeigen sich zum Beispiel darin,

  • dass Kinder und Jugendliche ihre Lernlaufbahnen möglichst ohne Brüche durchlaufen können
  • dass durch eine bessere Abstimmung und Kooperation zwischen Schulen, Betrieben, Sozial- und Jugendbehörden
  •  die Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen erhöht wird
  • dass alle Familien, zum Beispiel auch Familien mit Migrationshintergrund befähigt werden, ihre Kinder in ihrer Lernlaufbahn zu unterstützen
  • kein Kind zurückgelassen wird, zum Beispiel weil die individuelle Förderung von Kindern und Jungendlichen gemeinsam von Menschen aus verschiedenen Institutionen geplant und getragen wird
  • dass die Menschen der Region sich gegenseitig über die eigene Institution hinaus mit konkreten Aktionen unterstützen wie zum Beispiel bei Medienprojekten, Assessment-Verfahren für Jugendliche und bei kulturellen Projekten.
  • dass „Gute Bildung und Erziehung“ unter den regionalen Akteuren zum Tagesthema wird
     

Der Ansatz

Wer Bildung als Schlüssel für zukunftsfähige Menschen betrachtet weiß auch, dass Schulen und Bildungseinrichtungen der Ort sind,  der auf alle Kinder und Jugendliche zentrale Wirkung ausübt. Die Qualität von Bildung und die Orte, an denen die Verantwortung für das Entstehen von Qualität liegt, stehen deshalb ganz besonders im Fokus.

Mit SEIS, dem standardisierten Selbstevaluationsinstrument stellt die Bertelsmann Stiftung ein Instrument zur Standortbestimmung und Sachstandsanalyse zur Verfügung, das es Schulen mit einem überschaubaren Aufwand ermöglicht,

  • ihre Stärken und Schwächen zu identifizieren
  • datenbasiert Schwerpunkte zu setzen und Entwicklungsziele zu formulieren und
  • durch Vergleichsmöglichkeiten  gezielt von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

SEIS dient somit als gemeinsame Grundlage für planvolle, zielgerichtete Schulentwicklungsprozesse, welche über die Grenzen der eigenen Schule hinaus regionale Besonderheiten und Interessen berücksichtigen.

In den beiden Regionen werden die Schulen auf dem Weg der Qualitätsentwicklung über die Selbstevaluation von der Durchführung bis zur Maßnahmenplanung und bei den Schritten zur Umsetzung durch ein bedarfsgerechtes Angebot begleitet und unterstützt.

Die Struktur

Für die Entwicklung der Regionalen Bildunglandschaft braucht es Strukturen, die neuartige Ansprüche unterstützen können.
Es wird in jeder Region eine Regionale Steuergruppe gegründet, besetzt wird die Steuergruppe durch Vertreter des Landes und der Kommune.
Der Regionale Bildungsbeirat ist ein Beratungsgremium und setzt sich aus  Vertreterinnen und Vertretern vielfältiger Interessengruppen zusammen. Er begleitet und unterstützt die Regionale Steuergruppe. (Der Beirat wird derzeit einberufen).
Das regionale Bildungsbüro nimmt sowohl Dienstleistungen für die Schulen als auch für die Regionale Steuergruppe wahr.
Geplant als Begleitung und Unterstützung ist ein bedarfsorientiertes Qualifizierungssystem für Schulleitungen, schulische Steuergruppen und Kollegien, das von der Bertelsmann Stiftung finanziert wird.
Weiter sollen über die schulischen Vernetzungsmöglichkeiten hinaus Kooperationen zwischen allen bildungs- und erziehungsrelevanten Akteuren aufgebaut und ausgestaltet werden.

Erste Erfolge

Regionale Bildungslandschaften Baden-Württemberg

Erste Erfolge:
Seit dem Projektstart in Freiburg im Dezember 2005 und in Ravensburg im Februar 2006 ist in beiden Modellregionen vieles in Bewegung gekommen, erste Erfolge werden sichtbar.

Leitbild, Leitziele, Umsetzungsziele, Arbeitsprogramme
In beiden Regionen gibt es inzwischen ein ausformuliertes Leitbild mit einem abgeleiteten Zielsystem und Arbeitsprogramm.
Ravensburg und Freiburg haben sich in der ersten Halbzeit im Rahmen der strukturiert angegangenen Leitbildarbeit damit auseinander gesetzt, was in der Region von den vielfältigen Kooperationspartnern unter Bildung und Bildungslandschaft verstanden wird. Die gemeinsame Leitzielformulierung sorgt in beiden Regionen dafür, dass in einem breit angelegten Beteiligungsverfahren Prioritäten für die Jahresplanungen gesetzt werden und die Umsetzung erfolgreich begonnen hat.

Verantwortungsgemeinschaft
Über die gemeinsame Auseinandersetzung mit strategischen Fragen hat sich unter den Mitgliedern der Regionalen Steuerungsgruppe ein Bewusstsein für die gemeinsame Übernahme von Verantwortung entwickelt.
So hat zum Beispiel in Freiburg und Ravensburg die Zusammenarbeit von Schulen verschiedener Schularten, von Schulen und außerschulischen Kooperationspartnern und von Schulen und Schulträger an Bedeutung gewonnen: Das Motto vom Denken in Zuständigkeiten zum Handeln in gemeinsamer Verantwortung wird gelebt!

Prioritäten
Beide Regionen haben sich auf bestimmte Schwerpunkte zur Umsetzung in der Projektlaufzeit verständigt und wollen das Projekt in den Regionen zu einem festen Bestandteil ihrer Arbeit machen, um so die Zukunftsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen sowie der Region zu sichern.

Die Umsetzungsziele 2007 in der Region Freiburg:

  • Systematische Qualitätsentwicklung an jeder Schule
  • Qualifizierte berufliche Orientierung für alle Schülerinnen und Schüler: Potenziale erkennen, fördern und fordern
  • Stärkung der Elternrolle im Bildungsprozess

Die Umsetzungsziele 2007 in der Region Ravensburg:

  • Systematische Schulentwicklung und Einführung eines Qualitätsmanagementsystems an allen Projektschulen
  • Direkteinstieg in die Arbeitswelt ermöglichen: Potenziale erkennen, fördern und fordern
  • Eine Kultur der Zusammenarbeit zwischen allen Schularten entwickeln
  • Die Verantwortungsgemeinschaft „Schule – Schulaufsicht – Träger – andere an Erziehung und Bildung beteiligte Partner“ weiterentwickeln